Direkt zum Inhalt
Neue Hoffnung
ANZEIGE

Neue Hoffnung LGBTI*-Community am Zuckerhut feiert neue Schutzrechte

ms - 25.08.2023 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Brasilien macht in puncto Homosexuellenrechte einen großen Schritt nach vorne – fast einstimmig stellten die Richter des Obersten Gerichtshofes jetzt homophobe Hassreden mit rassistisch-verbalen Angriffen gleich. Konkret bedeutet dies, dass künftig auch homophobe Beleidigungen mit einer Gefängnisstrafe bestraft werden können.

Homophobie ist ein Verbrechen

Die Richter hielten dabei fest, dass Homophobie als Verbrechen einstufen ist. Der leitende Richter, Edson Fachin, erklärte in seinem Urteil, dass der Schutz von LGBTI*-Bürgern durch das Gesetz ein „verfassungsrechtliches Gebot“ sei. Artikel 20 des brasilianischen Strafgesetzbuches besagt, dass die Ausübung, Veranlassung oder Anstiftung zur Diskriminierung „aufgrund von Rasse, Hautfarbe, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder nationaler Herkunft“ mit ein bis zu drei Jahren Gefängnis und einer hohen Geldstrafe geahndet wird. Andere, bereits im brasilianischen Recht verankerten Schutzbestimmungen für Hassreden gelten auch für Personen mit HIV. Hier liegen die Haftstrafen sogar noch einmal höher, Täter können zu einer Haft von bis zu vier Jahren verurteilt werden.

Schutzrechte für jeden einzelnen LGBTI*-Menschen

Mit dem neuen Urteil bekräftigen die Richter frühere Entscheidungen aus dem Jahr 2019 und stärken dabei das Schutzrecht jedes einzelnen. Vor knapp vier Jahren hatten die Richter bisher nur festgelegt, dass Angriffe auf die ganze LGBTI*-Community, beispielsweise bei politischen Hassreden, nicht legal sind. Nun gilt das konkret auch für verbale Attacken auf einzelne Homosexuelle wie auch queere Menschen.

Dafür gekämpft hatte die Menschenrechtsorganisation ABGLT, die korrekterweise eine Gesetzeslücke erkannte, die weiterhin zum Nachteil für einzelne Mitglieder der Community hätte führen können. Einzig einer der zehn Richter votierte nicht für die neuen Richtlinien; dabei begründete Cristiano Zanin diesen Schritt damit, dass er die Anerkennung von Homophobie als Verbrechen nicht für relevant halte, gerade mit Blick auf frühere Urteile.

Brasilien bleibt ein gefährliches Land für LGBTI*

Nachdem zu Beginn des Jahres Jair Bolsonaro als Präsident des Landes abgewählt worden war, änderte sich inzwischen ein wenig die Stimmung gegenüber LGBTI*-Menschen. Bolsonaro hatte zuvor immer wieder gegen Homosexuelle gehetzt und bei jeder Gelegenheit die Rechte von LGBTI*-Menschen beschnitten.

Trotzdem ist Brasilien gerade für Homosexuelle bis heute ein sehr gefährlicher Ort: Das Land führt mit 256 Morden an LGBTI*-Menschen binnen eines Jahres die Negativliste in puncto Hassverbrechen an – in keinem anderen Land weltweit wurden im Jahr 2022 so viele Homosexuelle und queere Menschen ermordet.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Comeback von Glee

Ryan Murphy macht Fans Hoffnung

"Glee" könnte ein Comeback feiern – Serienmacher Ryan Murphy hält eine Neuauflage der Musicalserie inzwischen für denkbar.
Alltag in den Niederlanden

Anfeindungen und viel Vorsicht

Eine neue Umfrage zeigt: Viele LGBTIQ+.Menschen in den Niederlanden fühlen sich im öffentlichen Raum immer weniger sicher.
Rekord für LGBTIQ+-Rechte

Sexy Party für die gute Sache

Mit einer Rekordsumme stärkt die US-Benefizshow von Lambda Legal den juristischen Einsatz für die Rechte von LGBTIQ+-Menschen und HIV-Betroffenen.
Jugendnetzwerk Lambda

Breite Solidarität wächst

198 Organisationen fordern inzwischen den Erhalt der Förderung des Jugendnetzwerks Lambda und kritisieren die Kündigung durch das Familienministerium.
Schwuler Kuss löst Protest aus

Schwules Paar fordert mehr Respekt

Nach einem Streit um einen Kuss in einem Einkaufszentrum im kolumbianischen Bogotá protestierten Hunderte für die Rechte eines schwulen Paares.
LGBTIQ+-Medium im Exil

Russland erhöht den Druck

Nach der Einstufung als „extremistisch“ floh das Team von Parni+ jetzt aus Russland und setzt seine LGBTIQ+-Berichterstattung aus dem Exil fort.
Boykottaufrufe bei Tim Hortons

Debatte um J.K. Rowling eskaliert

Eine Harry-Potter-Kampagne von Tim Hortons löst wegen J. K. Rowlings Positionen zu trans* Themen Kritik und Boykottaufrufe aus.
LGBTIQ+ in der Ukraine

Zwischen Wandel und Rückschritt

Ein neuer Bericht zeigt Fortschritte für LGBTIQ+-Menschen in der Ukraine, aber auch politische Blockaden und anhaltende Diskriminierung.
Angriff auf Allen King

Pornostar in Café niedergeschlagen

Adultstar Allen King ist in Mexiko-Stadt in einem Café von einem unbekannten Täter niedergeschlagen worden – vermutlich aus homophoben Motiven.